CVP Vorstoss im Kantonsrat 19.11.2018

KR-Nr. 346/2018

Männedorf, 19. November 2018

A N F R A G E von Lorenz Schmid (CVP, Männedorf) 

betreffend Lebensqualität und Verkehrserschliessung Bezirk Meilen 

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Die Planergruppe «Hecht» hat unter dem Titel «sechs Vorschläge für eine lebenswerte und wirtschaftlich attraktive Zukunft» eine «Vision zur Entwicklung der Region Zürichsee» verfasst (http://seestadt.org/wp-content/uploads/Plan-Hecht-180425-b.pdf). Nebst einem Pfannenstiel- und See-Autotunnel, einem durchgehenden Seeuferweg sowie neun Passa-gierbootverbindungen über den See, werden auch ein U-Bahnring rund um den Zürichsee und ein Bike-Trail auf dem obsolet werdenden alten Bahntrassee zur Steigerung der Lebens-qualität und zur Lösung der Pendlerverkehrsüberlastung vorgeschlagen. Die Planergruppe erachtet – dem Bedürfnis und dem Zeitgeist entsprechend – die Realisierung in Etappen als zielführend, weshalb in dieser Anfrage der Schwerpunkt auf die unterirdische Trassee-führung bis Männedorf und den entsprechenden Bike-Trail gelegt wird. 

Die bestehende Trasseeführung der Bahn durchschneidet im Bezirk Meilen – noch deutlicher als im Bezirk Horgen – die Seegemeinden. Dies verursacht längere Wege innerhalb der Gemeinden sowie zum See hin, sowie unerwünschte Lärmbelastung. Eine unterirdische Bahnführung würde nicht nur zu einer höheren Lebensqualität beitragen, sondern würde auch die Grundstücke aufwerten und die Grundstückgewinnsteuern der Gemeinden in die Höhe schnellen lassen. 

Das E-Bike wird grundlegend neue Möglichkeiten im Pendlerverkehr ermöglichen, unter der Voraussetzung, dass attraktive und sichere Velowege geschaffen werden. Viele Beispiele aus dem Ausland zeigen, dass unter guten Bedingungen bis zu 25 % des Pendlerverkehrs mit dem herkömmlichen Velo bewältigt werden. Das Bundesamt für Strassen ASTRA geht davon aus, dass sich der Aktionsradius des Pendlers mit herkömmlichem Velo von ca. 5 km auf bis zu 10 km mit dem E-Bike ausweiten wird. Erhöhtes Öko- sowie Gesundheitsbewusstsein werdenden E-Bike Pendlerverkehr fördern. 

In diesem Zusammenhang bitte ich den Regierungsrat um Beantwortung folgender Fragen: 

1. Weder im Richtplan noch in der ZVV Strategie ist eine unterirdische Führung der Bahn-infrastruktur angedacht. Bestehen in der Verwaltung Visionen, die Bahninfrastruktur in Zukunft unterirdisch zu führen, wie dies schon weltweit in Ballungszentren in Form von U-Bahnen der Fall ist? 

2. Welche Kosten würden für eine unterirdische Bahnführung bis Meilen, inkl. Bike-Trail, entstehen? Und in welchem Verhältnis stünden diese zur Aufwertung der Immobilien? 

3. Welche Chance zur Entlastung der herkömmlichen Pendlerströme sieht der Regierungs-rat im Aufkommen des E-Bikes unter der Voraussetzung, dass attraktive Velowege geschaffen werden? Gerade die Mittelschule und deren Schüler könnten in vielerlei Hinsicht (Ökologie und Gesundheitsförderung) von einer attraktiven Veloerschliessung profitieren. 

4. Der «Masterplan und Bauprogramm Velo» der Stadt Zürich plant eine Verdoppelung der Velofrequenz von 2012 auf 2025. Beteiligt sich der Kanton Zürich an den städtischen Projekten im Sinne eines Anschlusses der Agglomerationen? Und wenn ja, wie? 

5. Ist der Regierungsrat bereit, die Vision der Hechtgruppe vertieft als zukunftsweisende Vision für Lebensqualität und ökologische Mobilität zu prüfen? Wenn ja, mit welchem Instrument wäre einer solchen Vision politisch zum Durchbruch zu verhelfen? 

Lorenz Schmid 

 

 



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